Im Jahr 2020 veröffentlichte das Baudepartement die kantonale Elektromobilitätsstrategie. Nachdem in den vergangenen Jahren die Massnahmen aus dieser Strategie umgesetzt wurden, ist die Energiefachstelle mit der Weiterentwicklung beauftragt worden. Der neue Massnahmenkatalog umfasst neun Massnahmen, welche mit Start im 2026 in den nächsten Jahren umgesetzt werden und in der Kompetenz des Kantons liegen. Schwerpunkte sind die Ladeinfrastruktur und die elektrisch angetriebenen schweren Nutzfahrzeuge.

 

Auch wenn in den letzten Monaten der Anteil der rein elektrischen Fahrzeuge auf den Schaffhauser Strassen deutlich zugelegt hat, entwickelt sich die Elektromobilität weiterhin zögerlich. Noch entscheiden sich viele Neuwagenkäuferinnen und -käufer gegen ein rein elektrisch betriebenes Fahrzeug. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Daher hat der Regierungsrat die Energiefachstelle in den Legislaturzielen 2025-2028 mit der Weiterentwicklung der Elektromobilitätsstrategie beauftragt. Dabei wurden die 2020 erstellten Szenarien aktualisiert, bestehende Hemmnisse identifiziert und daraus Massnahmen abgeleitet. 

 

Neue Schwerpunkte
Das von den Stimmberechtigten bestätigte Ziel von Netto-Null-Treibhausgasemissionen bis 2050 bedingt einen Ausstieg aus den fossilen Treibstoffen Benzin und Diesel. Das ist nach heutigem Kenntnisstand nur mit dem flächendeckenden Einsatz von Elektrofahrzeugen zu erreichen. Dieses Ziel wird aufgrund der drei Szenarien auch im besten Fall verfehlt. Im Szenario «weiter wie bisher» wird der Anteil an rein elektrischen Personenwagen 2050 bei rund 60 % liegen. Es sind folglich weiterhin grosse Anstrengungen nötig, um eine vollständige Dekarbonisierung des Verkehrs zu erreichen.

 

Vor diesem Hintergrund wurden bei der Erarbeitung Schwerpunktthemen identifiziert. Ein grosses Hemmnis für den flächendeckenden Durchbruch der Elektromobilität ist weiterhin die Ladeinfrastruktur, sowohl öffentlich zugängliche wie auch private Ladestationen, insbesondere in Mehrparteiengebäuden. Standen in der ersten Strategie die leichten Motorfahrzeuge im Zentrum, fokussiert sich die neue Strategie nun auch auf den Schwerverkehr. 

 

Erste Massnahmen starten bereits 2026
Eine breit abgestützte Arbeitsgruppe hat den Kanton bei der Analyse und der Bewertung der Massnahmen unterstützt. Der Fokus wurde dabei auf Massnahmen gelegt, deren Umsetzung in der Kompetenz des Kantons liegt. Das Resultat ist ein Massnahmenkatalog aus neun Massnahmen:

 

* M1: Erweiterung der finanziellen Förderung der Basisinfrastruktur
* M3: Informationsoffensive Immobilieneigentümer
* M7: Kommunikationsmassnahmen für transparente Ladetarife
* M6: Planungsgrundlagen allgemein zugängliches Ladenetz
(Start Umsetzung 2026)
* M5: Ökologische Vorgaben bei Beschaffung
* M8: Mischnutzungskonzepte für Ladeinfrastruktur fördern
* M4: Steuerliche Entlastung für Immobilieneigentümer
* M2: Kostenfreie Impulsberatung
* M9: Förderprogramm Ladeinsfrastruktur schwere Nutzfahrzeuge
(Start Umsetzung 2027)

 

Das Baudepartement hat nun ein Umsetzungskonzept erarbeitet und wird die Massnahmen in den kommenden Jahren angehen, mit Start bereits in diesem Jahr. Finanziert werden die Massnahmen über das ordentliche Budget der Energiefachstelle sowie allenfalls über das Energieförderprogramm.

 

Letzteres betrifft insbesondere die beiden Massnahmen «Erweiterung der finanziellen Förderung der Basisinfrastruktur» und «Förderprogramm Ladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge». Für beide Massnahmen laufen zurzeit Abklärungen zu einer möglichen Umsetzung. Dabei spielen jedoch auch Faktoren eine Rolle, wie die nationale Umsetzung einer Motion für «Recht auf Laden», die der Kanton nicht beeinflussen kann. Ebenfalls in Abklärung befindet sich die Massnahme «Planungsgrundlagen allgemein zugängliches Ladenetz». Diese Massnahme ist nur zielführend, wenn die spätere Umsetzung geklärt ist und die entsprechenden Akteure bereits in die Planung einbezogen werden. 


Der Bericht "Weiterentwicklung der Elektromobilitätsstrategie" sowie das Umsetzungskonzept sind auf der Webseite der Energiefachstelle des Kantons Schaffhausen zu finden.